Struktur des Kitab-i-Íqan:
Universalisierung christlicher und islamischer Apologetik im Buch der Gewissheit

(Structure of the Kitab-i-Íqán: universalizing Christian and Islamic apologetics in the Book of Certitude)

By Babak Farrokhzad

Presented at the Irfan Colloquia Session #49
Berghotel: Tambach-Dietharz, Germany
July 25–27, 2003
(see list of papers from #49)

published in Beitríäge des 'Irfán-Kolloquiums, volume 1, pages 121-154
under new title
"Die Wiederkunft der Apologetik: ähnlichkeiten apologetischer Argumentation im Christentum, Islam und Bahá'ítum am Beispiel des Wirkungsbeweises"
© 2004, ‘Irfán Colloquia


    Zur Person:
    Nach dem Studium der Elektrotechnik, der Promotion und einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung war der Referent zuletzt in der strategischen Geschäftsplanung eines großen europäischen Halbleiterherstellers tätig. Heute arbeitet er bei einem großen europäischen Elektrokonzern als interner Berater mit dem Schwerpunkt Bewertung und Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Organisationen.

    Zum Vortrag:

    Ein Vergleich mit dem Evangelium, dem Qur'án und der apologetischen Literatur des Christentums und Islam zeigt, dass alle von Bahá'u'lláh im Kitab-i-Iqán angeführten Beweise für die Wahrheit des Anspruches des Báb in statum nacendi auch in den Vorgängerreligionen wie Judentum, Christentum oder Islam vorkommen. Diese apologetischen Ansätze verwendet Bahá'u'lláh aber auf eine Weise, dass sie die Wahrheit aller Religionen beweisen und der heiligen Schrift aller Religionen gerecht werden. Diese Universalisierung apologetischer Beweisführung ist eine der wesentlich apologetischen Strategien im Kitáb-i-Iqán. Sie ist religionsgeschichtlich einmalig und stellt eine apologetische Innovationsleistung dar. Die Universalisierung manifestiert sich besonders eindrucksvoll in verblüffenden argumentativen zwischen den Arbeiten von Abu'l-Fal und Origenes aus, obwohl der Kitáb-i-Iqán und das Evangelium bzw. die Arbeiten der Kirchenväter und Abu'l-Fal zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Kulturräumen entstanden sind. Diese apologetische Analogie zwischen Christentum, Islam und Bahá'ítum ist vielleicht der faszinierendste Ausdruck der Universalität des Kitáb-i-Iqán, das als Antwort auf vier spezifische, messianistische Fragen eines schiitischen Muslims entstanden ist. So zeigt sich, dass sich die mystische Einheit der Religionen in ihrem Kern zu einem gemeinsamen apologetischen Kern aller Religionen führt. In dem Vortrag sollen die Argumente Bahá'u'lláhs im einzelnen vorgestellt und anhand des genannten christlichen und islamischen Zitiermaterials besprochen werden.

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