Papers delivered at the ‘Irfán Colloquium Session #49 (Deutsch)

Berghotel: Tambach-Dietharz, Germany

July 25–27, 2003.

Theme: "Philosophie, Wissenschaft und die Bahá'í-Religion"


Apologetik und interreligioser Dialog -- ein Widerspruch?

(Apologetics and inter-religious dialogue - a contradiction?)

by Nicola Towfigh

Zur Person:
Studium der Orientalistik, Neugermanistik, Philosophie und Islamwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum (1978 - 1985). 1987 Promotion zum Dr. phil., Mitautorin von Schaefer, Towfigh, Gollmer "Desinformation als Methode - Die Bahá'ismus-Monographie des F. Ficicchia". Freiberufliche Autoren-, Vortrags- und Übersetzungstätigkeit. Seit November 2000 Mitglied des Kontinentalen Berateramts für Europa.

Zum Vortrag:
Der Auftrag Bahá'u'lláhs, mit den Anhängern aller Religionen "im Geiste des Wohlwollens und der Brüderlichkeit" zu verkehren, kann als Aufforderung zum interreligiösen Dialog verstanden werden. Da Bahá'u'lláh zugleich den göttlichen Ursprung aller großen Religionen bestätigt, sind die Bahá'í aufgerufen, diesen Religionen nicht allein im Geiste der Toleranz zu begegnen, sondern in tiefem Respekt und in voller Anerkennung der religiösen Wahrheit, die in ihrer jeweiligen Heiligen Schrift dargelegt ist. Das Engagement der Bahá'í in interreligiösen Kreisen und religionsübergreifenden Aktivitäten ist außerdem als bewußter Beitrag zu verstehen, Frieden und Einheit unter den Nationen und Völkern der Welt zu fördern und die Anhänger verschiedener Religionen miteinander zu versöhnen.

In allen Weltreligionen gibt es eine — zum Teil Jahrhunderte alte — Tradition der Apologetik, die darauf beruht, daß jeder neue Glaube sich zunächst mit Skepsis, Gegnerschaft und Verfolgung konfrontiert sah. Die Gläubigen waren daher genötigt, ihre Überzeugung zu verteidigen und klare Argumente gegen vorgebrachte Anschuldigungen ins Feld zu führen. Auch der Bahá'í-Glaube bildet darin keine Ausnahme und sieht sich gezwungen, auf Angriffe einzugehen und Fehldarstellungen zu entkräften.

Aber sind religiöse Kontroverse und Apologetik in Zeiten des interreligiösen Dialogs und der Versöhnung nicht überholt? Widersprechen sie nicht dem Geist der Toleranz und der Annäherung unter den Anhängern der Religionen? Oder schließen sich interreligiöser Dialog und Apologetik gar gegenseitig aus?

Es wird die These vertreten, daß beide miteinander vereinbar sind, ihre eigene Daseinsberechtigung haben und ihren jeweiligen Wirkungskreis entfalten. Apologetik ist vielfach sogar eine notwendige Voraussetzung für den Dialog. Eine deutliche Standortbestimmung und argumentative Auseinandersetzung mit Vorwürfen gegen den Glauben sind oft nicht nur der erste Schritt, von den Anhängern anderer Religionen wahr- und ernstgenommen zu werden, sondern bilden häufig erst die Grundlage für einen gesunden interreligiösen Diskurs in gegenseitigem Respekt.

Weiter wird die These vertreten, daß Apologetik im Sinne von "Zeugnis für den Glauben ablegen" im interreligiösen Dialog eine wichtige Rolle zu spielen hat. Auch der Austausch über Glaubensfragen sollte nicht ausgespart werden, will aber gelernt sein. Erst wenn es gelingt, sich über religiöse Wahrheiten ohne Bekehrungseifer und religiösen Fanatismus, aber im gemeinsamen Streben nach einem tieferem Verständnis auszutauschen, wird die Befähigung zum Dialog und die Friedfertigkeit der Religionen unter Beweis gestellt.

Baghdad-Periode aus historischer Sicht: Welche politische und soziale. Entwicklungen gab es im Osmanischen Reich wahrend dieser Periode?

(The Baghdad period from a historical perspective: What political and social developments took place in the Ottoman Empire during this period?)

by Necati Alkan

Zur Person:
Necati Alkan studierte Arabischer Philologie, Islamwissenchaften und Geschichte. Derzeit beendet er seine Dissertation ueber die Babis und Bahá'is im Osmanischen Reich gemäß osmanisch-tuerkischer Quellen, zur Erlangung des Grades Dr. phil. In Geschichte. Sein Spezialgebiet ist spätosmanische Geschichte (19.-20. Jh.). Seine Interessen in Bahá'i-Studien sind vor allem die Entwicklung der Bahá'i-Religion im Osmanischen Reich und in der Tuerkei.

Zum Vortrag:
In dieser Präsentation handelt es sich um die sozialen und politischen Entwicklungen in der osmanischen Provinz Irak des 19. Jahrhunderts, welches Schauplatz für Entwicklungen in der Babi- und Bahá'i-Religion war. Von zentraler Bedeutung sind hier die Reaktionen seitens der säkularen und religiösen Kräfte sowohl im Iran, als auch im Osmanischen Reich im Rahmen der Entwicklungen während der osmanischen Tanzimat ("Reform-Periode," 1839-1876) und der post-Tanzimat-Periode, gegenüber religiösen Miderheiten wie die der Schiiten und Babis-Bahá'is. Trotz der Atmosphäre der relativ religiösen Toleranz in Istanbul seit den 1840er Jahren, war die Situation im Irak problematisch. Ab 1831 versuchten die Osmanen ihre Macht im dort wiederherzustellen und zu zentralisieren, um so die Herrschaft der Mamluken zu ersetzen, welche seit Mitte des 18. Jahrhunderts lokale Autonomie genossen. Als der konservative Necib Pasha, "der Georgier," 1842 zum Statthalter dieser Provinz ernannt wurde und sich mit starker Hand aufmachte die osmanische Herrschaft wieder zu festigen, war er auch bekannt für seine Feindschaft gegenüber religiösen Minderheiten, besonders dem schiitischen Islam. Er beschloss, die iranische Beeinflussung zu beenden und Karbala- eine reichlich mit Persern bevölkerte und von "gesetzlosen arabischen Vagabunden" regierte Stadt- wieder zu einer osmanischen Hochburg zu machen und sie dem Sultan zu unterwerfen. Nach blutigen Auseinandersetzungen mit lokalen Stämmen und Banden, eroberten die Osmanen Karbala im Januar 1843 und festigten ihre Präsenz. Ein anderer Aspekt, der zum iranisch-osmanischen Konflikt beitrug, war der Eifer der schiitischen 'ulama im Irak, so viele Stämme wie möglich und osmanische Notabeln und Soldaten zum Schia-Islam zu konvertieren. Auch verschlechterten die verstärkten messianischen Erwartungen im Irak am Vorabend der tausend Jahre seit der "grossen Verborgenheit" des Imam Mahdi (1844/1260) die iranisch-osmanische Krise. Necib Pa ha wurde von den Schiiten als "Yazid," der verhasste umayyadische Kalif stigmatisiert, der den Tod des Imam Husayn veranlasst hatte. Schiitische Dichter flehten den Verborgenen Imam an zurückzukehren und sie vom osmanischen Joch zu befreien. Diese "moderne Karbala-Tragödie" wurde von vielen Schiiten als folgenschweres Ereignis gesehen, welches die erwartete Rückkehr des Imam Mahdi beschleunigte. Offensichtlich erleichterten diese Umstände die Ansprüche der Babis innerhalb der messianischen Shaykhi-Schule. Die Babi-Religion mit ihren Wurzeln in der Shaykhiyya war eine Bedrohung für osmanische Offizielle, die durch Konversionen zum Schia-Islam traumatisiert waren. Um weitere Rebellionen seitens Häretiker zu vermeiden, bemühten sich die Osmanen andererseits, die Schiiten und andere Minderheiten zum sunnitischen Islam zu bekehren.

Bahá'í-Beiträge zu einer kulturübergreifenden Bioethik

(Baha'i contributions to cross-cultural bioethics)

by Friedo Zolzer

Zur Person:
geboren 1956, Bahá'í seit 1973, verheiratet, 2 Kinder
Studium der Physik mit Schwerpunkt Biophysik und Genetik an den Universitäten Köln und Gießen. Diplomarbeit (1981) und Dissertation (1986) über die Risiken ultravioletter Strahlung im Zusammenhang mit der Zerstörung der Ozon-Schicht. Postdoktoranden-Stipendium der DFG für einen einjährigen Forschungsaufenthalt in (damals noch) Leningrad, UdSSR. Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Essen mit Ausrichtung auf medizinische Strahenbiologie. Habilitation 1996. Seit 1999 Lehrtätigkeit an der Townshend International School, Hluboka nad Vltavou, Tschechische Republik, seit 2001 als deren Akademischer Direktor. Nebenbei 1976 - 1996 Besuch zahlreicher Lehrveranstaltungen im Bereich Philosophie an den Universitäten Gießen, Essen und Hagen mit Schwerpunkt Wissenschaftstheorie, politische Philosophie und Ethik.

Hilfsamtmitglied 1987 - 1991, Mitglied im Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Deutschland 1992 - 1999, Mitglied im Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in der Tschechischen Republik seit 2002

Zum Vortrag:

Dies ist ein erster Versuch, die Möglichkeiten auszuloten, wie aus einer Bahá'í-Perspektive zur aktuellen Diskussion über bioethische Fragen beigetragen werden kann. Dabei ist zunächst festzuhalten, dass zu den meisten einschlägigen Themen, wie der Gentechnischen Veränderung von Lebensmitteln, der Präimplantationsdiagnostik, dem Klonen, der Sterbehilfe und der Transplantationsmedizin keine vorgefertigten Stellungnahmen in den Bahá'í-Schriften zu finden sind. Auch hat das Universale Haus der Gerechtigkeit auf Nachfragen immer wieder geantwortet, dass es eine Fixierung von Bahá'í-Positionen in diesem Bereich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für angemessen hält. Wir sind also frei, aus allgemeinen Ideen, wie wir sie den Bahá'í-Schriften entnehmen, zu spezifischen Argumenten vorzustoßen, die sich in der Bioethik-Diskussion als fruchtbar erweisen könnten.

In Anlehnung an das Konzept des Geringeren und des Größten Friedens, das von einer erst allmählich sichtbar werdenden Beteiligung der Bahá'í an der Überwindung tiefverwurzelter Konfliktstrukturen ausgeht, wird hier folgende Herangehensweise vorgeschlagen: statt einzelne Probleme schon jetzt grundsätzlich lösen zu wollen, sollten die Bahá'í ihre Aufgabe zunächst darin sehen, konstruktiv zu einer Diskussion bioethischer Fragen beizutragen, die über den westlich-abendländischen Horizont hinausschaut. Das kann im Rahmen des interreligiösen Dialogs geschehen, allerdings werden dort in aller Regel die philosophischen und religiösen Traditionen des ostasiatischen Raums nicht oder zu wenig berücksichtigt. Länder wie Japan, China und Korea spielen aber gerade im Bereich der Biotechnologie eine große Rolle, so dass man auf eine Einbeziehung von Denkrichtungen, die von Shintonismus, Konfuzianismus und Taoismus beeinflusst sind, nicht verzichten kann. Erstrebenswert scheint daher eine "kulturübergreifende Bioethik", bei der nicht allein diejenigen Glaubensrichtungen zu Wort kommen, die im klassischen interreligiösen Dialog vertreten sind.

Was genau können die Bahá'í in diesem Zusammenhang beitragen? Vielleicht können sie zur Zeit am ehesten die Rolle des "jüngeren Bruders" spielen, der die älteren an bestimmte Dinge erinnert, die ihnen allen zu eigen sind, die sie aber in der gegenwärtigen Situation nicht nutzen. Viele Beiträge von christlicher, jüdischer, islamischer und buddhistischer Seite beschränken sich darauf, für gängige Argumente der weltlichen Bioethik-Diskussion Bestätigung in den eigenen Traditionen zu finden, statt selbstbewusst eine andere, eben religiöse Perspektiven einzubringen. Tatsache ist aber, dass der überwiegende Teil der Menschheit nach wie vor im Glauben an eine letzte, unbedingte Wirklichkeit lebt und in den angesprochenen Biotechnologien einen Eingriff in die Schöpfung sieht, der vielleicht nicht unzulässig ist, aber doch der Rechtfertigung bedarf. Tatsache ist auch, dass die verschiedenen religiösen Traditionen ganz ähnliche Vorstellungen von dem haben, was ein "guter" Mensch ist und was er zu tun und zu lassen habe. Die Ähnlichkeiten würden sicher noch stärker empfunden, wenn sich die Gläubigen verschiedener religiöser Gemeinschaften darauf verständigen könnten, bei ihren Diskussionen immer den Bezug auf die jeweils ältesten Traditionen zu suchen und ihnen Vorrang zu geben vor späteren Entwicklungen. Tatsache ist schließlich, dass wir in einer kleiner werdenden Welt leben und geeignete Formen der Verständigung und des Umgangs miteinander finden müssen, wenn wir als Menschheit friedlich überleben wollen. Dazu gehört auch die Etablierung weltweit gültiger Mindeststandards der Bioethik. Diese müssen sowohl dem wirtschaftlichen Nord-Süd-Gefälle, als eben auch den kulturellen Unterschieden in geeigneter Weise Rechung tragen.

Die Bahá'i-Religion als ein Phänomen der Moderne: Was verbindet die Bahá'i-Offenbarung mit der deutschen Philosophie und der neuzeitlichen Geistesgeschichte?

(The Baha'i Faith as a phenomenon of modernity: What connects the Bahá'í Revelation with German philosophy and the modern intellectual history?)

by Farah Dustdar

Zur Person:
Sie ist im Iran, lebt seit 1967 in Europa. Das Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität Trier. Promoviert in Politikwissenschaft. Die speziellen Forschungsgebiete: Politische Ethik, Frauenforschung Demokratieforschung, Kant-Forschung. Dabei orientiert sie sich an den Bahá'í-Schriften. Die Veröffentlichungen: "Die Frau und der Weltfrieden. Ansätze einer gewaltfreien Gesellschaft", Wien 1986;. "Abschied von der Macht. Demokratie und Verantwortung", Frankfurt/M 1996; "Vom Mikropluralismus zu einem makropluralistischen Politikmodel. Kants wertgebundener Liberalismus", Berlin 2000; "Kant und die politische Kultur der Berliner Aufklärung", in: Volker Gerhardt/Rolf-Peter Horstmann/Ralf Schumacher, "Kant und die Berliner Aufklärung", Akten des IX. Internationalen Kant-Kongresses, Berlin 2001; Frauenpolitik. Die Herausforderung einer Kultur des Friedens", Hofheim 2002; "Moralische Fundierung der freiheitlichen Ordnung. Bahá'í-Religion und die grundlegenden Fragen der neuzeitlichen Geistesgeschichte", in der Bearbeitung.

Zum Vortrag:

Die Bahá'í-Religion ist zwar durch die islamische Kultur stark geprägt, ihre Prinzipien liefern aber geistig-moralische Fundamente einer freiheitlichen und globalen Ordnung. Bahá'u'lláh erklärt seine Offenbarung als die göttliche Führung für eine mündige Menschheit. Nach ihrem Selbstverständnis ist dieser junge Glaube eine Religion der Aufklärung und trägt den neuzeitlichen Forderungen nach Freiheit und Rechtsgleichheit aller Menschen Rechnung. Deshalb soll sie als eine Antwort auf die Herausforderungen des modernen Zeitalters ernst genommen werden.

Aus der Perspektive der deutschen Geistesgeschichte nimmt die Bahá'í-Religion Stellung zu den Themen, welche im Kreise des deutschen Bildungsbürgertums besonders in der Zeitspanne zwischen dem Ende des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Mittelpunkt des Interesses standen. In dieser Periode versuchen viele Denker und Dichter in Deutschland bewusst einen Damm gegen den Einfluss der materialistischen Weltanschauung und ihr mechanistisches Menschenbild zu bauen. Der Vortrag beschäftigt sich mit zwei bedeutenden Strömungen dieser Periode: der Philosophie der deutschen Aufklärung und dem Idealismus.

Das Bemühen der Idealisten, die mangelnde Funktion der Religion zu erfüllen, scheitert im 19. Jahrhundert auf eine tragische Weise. Der Idealismus mündet in Pessimismus, soziale Spaltung und Nihilismus. Damit wird der Dammbruch und der Triumph des Materialismus auch in Deutschland besiegelt. Der Vortrag versucht die verbindenden Elemente der neuzeitlichen deutschen Geistesgeschichte und des Bahá'í-Glaubens heraus zu arbeiten und die folgenden Fragen zu beantworten: Welche sind die fundamentalen Fragen des deutschen Geistesgeschichte in der Zeitspanne zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert? Wie beantworten die Aufklärer und die Idealisten die neuzeitlichen Fragen? Warum scheitert der Idealismus im Kampf gegen die materialistische Philosophie? Welche parallelen Ideen findet man in den Bahá'í-Schriften?

Die frühesten Schriften Bahá'u'lláhs: eine übersicht (im Iran und Irak entstandene Schriften)

(The Earliest Writings of Bahá'u'lláh: an Overview [Iran and Iraq periods])

by Armin Eschraghi


Die historischen Ereignisse der Periode Teheran/Baghdad in der Bahá'i-Geschichte und eine allgemeine Einfuhrung in das Schrifttum dieser Zeit.

(Historical events of Tehran and Baghdad in early Bahá'í history and a general introduction to the literature of that time)

by Armin Eschraghi


Die wichtigsten Ereignisse der Bagdad-Periode: Zum historischen Hintergrund der frühesten Schriften Bahá'u'lláhs

(The main events of the Baghdad Period: The historical background of the earliest writings of Baha'u'llah)

by Armin Eschraghi


Evolution oder Schöpfung: zwei sich ausschließende Konzepte?

(Evolution or Creation: two mutually exclusive concepts?)

by Eberhard von Kitzing

Zur Person:
Studium der Physik und Chemie in Hannover und Göttingen, Dissertation in präbiotischer Evolution, Forschungsarbeiten an der DNS-Struktur, und an biologischen Ionenkanälen. Zur Zeit Systemarchitekt in einer jungen Startup-Softwarefirma in der Nähe von Heidelberg.


Zum Vortrag:
Die von Darwin und Wallace mitte des 19. Jahrhunderts vorgeschlagene Evolutionstheorie gilt heute als einer der Grundpfeiler der modernen Biologie. Besonders die Molekularbiologie liefert derart viele Argumente für diese Lehre, dass Wissenschaftler sie weitgehend als gut bewährt betrachten. Gegner dieser Theorie werden bei wohlwollender Betrachtung bestenfalls als realitätsferne Schwärmer abgetan.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Thema Evolution, insbesondere ihre ethischen, sozialen und philosophischen Konsequenzen, erhitzt in Europa, aber auch im Nahen Osten diskutiert. `Abdu'l-Bahá Selbst hat zum Thema ausführlich Stellung bezogen. Seine Briefe und protokollierten Ansprachen weisen Ihn als Kenner der damaligen Positionen aus. Bei einer Analyse Seiner Aussagen fallen besonders zwei Punkte auf, in denen Er sich grundlegend von den Thesen der modernen Evolutionsbiologen unterscheidet. Nach `Abdu'l-Bahá wurde die Welt von Gott geschaffen, d.h., die Komplexität dieser Welt gilt als von vornherein angelegt. Im Gegensatz dazu behaupten Autoren wie Dawkins, dass sich das Leben von Selbst vom Einfachen zum Komplexen hin entwickelt. Die einzige Triebkraft dieser Entwicklung sei der blinde Mechanismus von Mutation und Selektion. Für `Abdu'l-Bahá existieren die Arten ewig und wandeln sich nicht. Im Gegensatz dazu behaupten moderne Evolutionsbiologen, dass die Arten entstehen, sich verändern und entwickeln.

Als Bahá'i müssen wir diesen Widerspruch vor allem deshalb ernst nehmen, weil sich die Bahá'i-Schriften ausdrücklich die Einheit von Glaube und Vernunft, von Religion und Wissenschaft auf die Fahnen schreiben. Sollte sich dieser Widerspruch als unauflöslich erweisen, so würde er die Glaubwürdigkeit des Anspruchs Bahá'u'llahs untergraben. Wie könnten wir Bahá'i aufrichtigen Herzens von der Unfehlbarkeit Seiner Worte reden, wenn sie im Widerspruch zur offensichtlichen Wirklichkeit stehen?

Das Ziel dieses Aufsatzes ist es zu zeigen, dass es sich bei dem Problem der konstanten oder variablen Arten in erster Linie um unterschiedliche Definitionen handelt. Diese verschiedenen
Sichtweisen sind durch gegensätzliche Weltanschauungen bedingt. Wenn sich die Welt aus dem Einfachen entwickelt und zunehmend komplexer wird, dann sollte es möglich sein, die Quellen oder Ursachen der Komplexität auszumachen. Der Aufsatz belegt, dass es solche Quellen in den gängigen Theorien nicht gibt, dass mögliche Komplexität immer vorausgesetzt wird. Der Aufsatz kommt zum Schluss, dass die Aussagen der Bahá'i-Schriften über Evolution und Schöpfung mit denen der modernen Wissenschaft verträglich sind. Darüber hinaus integriert `Abdu'l-Bahá die modernen Erkenntnisse in ein positives, geistiges Weltbild.

Religion als Gefahr für die psychische?

(Is religion a threat to psychic health?)

by Bernardo Fritzsche

Zur Person:
Bernardo Fritzsche studierte Medizin in Sucre/Bolivien. In der Abteilung für medizinische Psychologie der Philips-Universität Marburg arbeitete er an seiner Dissertation über psychologisch orientierte Therapien zur Behandlung chronischer Schmerzerkrankungen und promovierte 1998. Seit 10 Jahren ist er in Korbach/Nordhessen als Hausarzt tätig. Durch die ständige Konfrontation mit psychosomatischen Störungen sucht er nach Wegen, religiöses Wissen und medizinisch-psychologische Kenntnisse zu immer effektiven Werkzeugen der Therapie werden zu lassen.

Zum Vortrag:
Die Kluft zwischen Religion und Wissenschaft, die im Mittelalter begann, wurde Anfang des letzten Jahrhunderts noch viel tiefer. Der Kommunismus brandmarkte Religion als Machtinstrument der Herrschenden, und die Psychoanalytiker sahen in religiöser Moral den Ursprung für psychische Krankheiten. Ängste, Sexualneurosen, deformierte Menschennatur und eine unmenschliche Welt wurden dem negativen Einfluss der Religionen zugeschrieben.

Auch wenn diese extremen Positionen in den Humanwissenschaften überholt sind, so spukt immer noch in vielen Köpfen die Vorstellung, Religion sei ein krankmachenden Faktor. Diese Überzeugung hält die Entfremdung vieler Menschen von der Religion aufrecht und begünstigte auch den Prozess, der zum heutigen liberalen Umgang mit Sexualität und Moral führte.

Diese "Befreiung" des Menschen von religiösen Verhaltensnormen scheint aber Ängste, Neurosen, Süchte und psychosomatische Störungen nicht seltener gemacht zu haben. Alles deutet vielmehr darauf hin, dass diese Krankheiten eher zugenommen haben.

Die unmissverständlich geäußerten Hinweise Bahá'u'lláhs zum Gebot der Keuschheit und Sein Appell, den "üblen Leidenschaften und verderbten Neigungen den Befehl zu verweigern", werden auch in den Schriften 'Abdu'l-Bahás und Shoghi Effendis erörtert. Auch sie machen deutlich, wie wesentlich es für einen Gläubigen ist, seine "niederen Instinkte" zu überwinden.

In der Auseinandersetzung mit diesem heiklen Thema versucht der Referent das aufeinander Zugehen von Religion und Wissenschaft ein Stück weit zu fördern und Argumente für die heilsame Wirkung religiöser Lehrern zu bieten. Hierbei sollen scheinbare Widersprüche geklärt werden. Fördert nicht die "Gottesfurcht' die Entstehung von "Angst als Krankheit'? Ist nicht der Schmerz, der durch Verzicht und dem Befolgen religiöser Moralvorstellungen entsteht ein unnötiges und deswegen zu vermeidendes Übel?

Struktur des Kitab-i-Íqan: Universalisierung christlicher und islamischer Apologetik im Buch der Gewissheit

(Structure of the Kitab-i-Íqán: universalizing Christian and Islamic apologetics in the Book of Certitude)

by Babak Farrokhzad

Zur Person:
Nach dem Studium der Elektrotechnik, der Promotion und einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung war der Referent zuletzt in der strategischen Geschäftsplanung eines großen europäischen Halbleiterherstellers tätig. Heute arbeitet er bei einem großen europäischen Elektrokonzern als interner Berater mit dem Schwerpunkt Bewertung und Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Organisationen.

Zum Vortrag:

Ein Vergleich mit dem Evangelium, dem Qur'án und der apologetischen Literatur des Christentums und Islam zeigt, dass alle von Bahá'u'lláh im Kitab-i-Iqán angeführten Beweise für die Wahrheit des Anspruches des Báb in statum nacendi auch in den Vorgängerreligionen wie Judentum, Christentum oder Islam vorkommen. Diese apologetischen Ansätze verwendet Bahá'u'lláh aber auf eine Weise, dass sie die Wahrheit aller Religionen beweisen und der heiligen Schrift aller Religionen gerecht werden. Diese Universalisierung apologetischer Beweisführung ist eine der wesentlich apologetischen Strategien im Kitáb-i-Iqán. Sie ist religionsgeschichtlich einmalig und stellt eine apologetische Innovationsleistung dar. Die Universalisierung manifestiert sich besonders eindrucksvoll in verblüffenden argumentativen zwischen den Arbeiten von Abu'l-Fal und Origenes aus, obwohl der Kitáb-i-Iqán und das Evangelium bzw. die Arbeiten der Kirchenväter und Abu'l-Fal zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Kulturräumen entstanden sind. Diese apologetische Analogie zwischen Christentum, Islam und Bahá'ítum ist vielleicht der faszinierendste Ausdruck der Universalität des Kitáb-i-Iqán, das als Antwort auf vier spezifische, messianistische Fragen eines schiitischen Muslims entstanden ist. So zeigt sich, dass sich die mystische Einheit der Religionen in ihrem Kern zu einem gemeinsamen apologetischen Kern aller Religionen führt. In dem Vortrag sollen die Argumente Bahá'u'lláhs im einzelnen vorgestellt und anhand des genannten christlichen und islamischen Zitiermaterials besprochen werden.

Tablett der Weisheit

(Tablet of Wisdom)

by Sascha Dehghani

Zur Person:
Sasha Dehghani wurde in Teheran geboren. Seit dem Abitur - Abschluß in Giessen (Hessen) studiert er an der Friedrich-Schiller-Universität von Jena (FSU) Islamwissenschaft, Religionswissenschaft und Politikwissenschaft. Seine im April 2003 eingereichte Magister-Arbeit behandelte das Thema Die Koran-Exegese von Mulla Sadra.
In den Jahren 2000-2002 studierte er unter anderem an der Institut Francaise de Etude de Damasce (IFEAD), an der Syrischen Universität von Damaskus, sowie an der American University of Beirut (AUB) im Libanon. Im außer-studentischen Bereich wirkt Herr Dehghani u. a. auf der Ebene des inter-religiösen Dialogs mit.

Zum Vortrag:
Dieses 'Irfán-Kolloqium behandelt das Thema "Philosophie, Wissenschaft und die Bahá'í- Religion'. Aus Sicht des Referenten ist ein tiefgründiges Studium des "Tablets der Weisheit' (Lawh-i Hikmat) eine wichtige Voraussetzung, um das Verhältnis von offenbarter Religion zur Philosophie und Wissenschaft zu verstehen.

Im Rahmen des Vortrages soll kurz auf den historischen Hintergrund dieses gewichtigen Sendbriefes und auf den Empfänger des Tablets eingegangen werden. Daran anknüpfend werden die wichtigsten Themen dieser Schrift zusammenfassend dargestellt. Im Hauptteil des Vortrages werden die (nicht ganz unproblematischen) historiographischen Aussagen, die von Bahá'u'lláh über die antiken Philosophen getroffen werden, untersucht. Zum einen wird die These aufgestellt, dass die historio-graphischen Informationen des Sendbriefes dazu dienen ein zeitloses bzw. immer gültiges Abhängigkeits-Modell der Philosophie von der göttlichen Offenbarung bzw. deren Trägern darzustellen. Darüber hinaus aber soll auch die Frage gestellt werden, in wie weit die vorkommenden historiographischen Informationen' als wirkliche "historische Ereignisse' zu verstehen
sind. Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, werden nicht nur Quellen zur Philosophiegeschichte herangezogen, vor allem soll auch den Interpretationen von Abdu'l'Bahá und auch von Shoghi-Effendi zu diesem Thema Aufmerksamkeit geschenkt werden.


Uber Grundlagen und Ziele der Bahá'i-Gelehrsamkeit

(Principles and aims of Bahá'í scholarship)

by Uta von Both

Zur Person:
geboren in einer Bahá'í-Familie wuchs ich in Stuttgart auf. Studium der Psychologie an den Universitäten Tübingen und München mit Abschluß als Diplom-Psychologin. Anschließend Weiterbildung zur Klinischen Psychologin / Psychotherapeutin. Berufstätig zunächst in einem Institut für Psychoanalytische Therapie und Psychosomatische Mediizin. Von 1982 bis 1990 tätig als Klinische Psychologin und Therapeutin in einer Neuropsychiatrischen Klinik. Seit 1990 tätig als Neuropsychologin/Psychotherapeutin in einer Neurologischen Klinik. Sie war 10 Jahre Mitglied des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in Deutschland. Seit November 1995 Mitglied des Kontinentalen Berateramtes Europa.

Zum Vortrag:
Die Weltsicht eines Bahá'í, der sich der Bahá'í-Gelehrsamkeit widmet, ist geprägt von der Gewissheit, dass die Lehren Bahá'u'lláhs für ihn zweifelsfrei Gültigkeit haben. Ein Bahá'í glaubt an die Existenz Gottes, als das unerforschliche Wesen, Schöpfer des Universums.
Diese Grundhaltung zum Leben unterscheidet sich wesentlich von der oft rein materialistischen Betrachtung der Realität, wie sie in der westlichen akademischen Welt vorherrschend ist. Diese Dissonanz der Grundhaltung zur Realität bringt für Bahá'í-Gelehrte einige Probleme, denen sie sich im Dialog mit Wissenschaftlern gegenüber konfrontiert sehen.

Für einen Bahá'í bilden die Schriften Bahá'u'lláhs den Rahmen oder das Fundament für wissenschaftliche Forschung. Wissenschaftliche Forschung erweitert die Erkenntnis über die Wirklichkeit der Dinge. Die Motivation für das Erforschen der Wirklichkeit der Dinge liegt in den offenbarten Lehren Bahá'u'lláhs begründet. Sinn und Ziel jeglicher Bahá'í-Gelehrsamkeit ist es, eine fortschreitende Kultur zu fördern.

Im Bereich der Bahá'í-Gelehrsamkeit sind zwei Ansatzweisen zu unterscheiden:
  1. Fördern der Bahá'í-Gelehrsamkeit in der Breite.
    Es ist eine Aufforderung an jeden einzelnen Bahá'í bzw. jeden einzelnen Menschen seine Erkenntnisfähigkeit zu nutzen und zu stärken, um so viel Wissen wie möglich zu erwerben. Dabei ist das unabhängige Denken und Erforschen wesentlich.
  2. Bahá'í-Gelehrsamkeit auf hochwissenschaftlichem Niveau.
    Dies ist eine Aufforderung an alle Bahá'í, die über eine überdurchschnittlich hohe intellektuelle Kapazität verfügen. Entscheidend ist dabei ebenso die Stärkung der geistigen Qualitäten, der Haltung des Dienens für die Menschheit.

Beim jetzigen Entwicklungsstand der Bahá'í-Weltgemeinde benötigen wir dringend eine weitere Stärkung der Bahá'í-Gelehrsamkeit auf hochwissenschaftlichem Niveau. Hierzu gibt es drei Gründe:
  1. Die Bahá'í-Weltgemeinde hat eine Größe erreicht, die sie in die Lage versetzt, ein Modell für die zukünftige Gesellschaftsordnung der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Dies auf der Grundlage des Prinzips der Einheit in der Vielfalt. Die von Bahá'u'lláh vorgegebenen Strukturen und geistigen Prinzipien gilt es hier immer besser und klarer zu verwirklichen und zu vermitteln.
  2. Die sozialen, ökonomischen, ökologischen und politischen Probleme der Menschheitsfamilie nehmen täglich zu. Die Lösung all dieser Probleme liegt allein in der Anwendung und der Befolgung der Lehren Bahá'u'lláhs. Eine herausragende Aufgabe der Bahá'í-Gelehrten wird es sein, die Lehren Bahá'u'lláhs in konkretem Zusammenhang mit den Nöten der Zeit zu bringen und Lösungsmuster zu entwerfen. Das Interesse an den Bahá'í-Lehren wächst stetig in akademischen und sozial-politischen Kreisen.
  3. Das Hervortreten der Bahá'í-Weltgemeinde aus der Verborgenheit bringt naturgemäß Opposition und Angriffe mit sich. Es wird immer wichtiger werden, auf diese Angriffe mit Weisheit, intellektueller Klarheit und fundiertem Wissen schlüssige Antworten zu geben.

Die systematische Förderung der Bahá'í-Gelehrsamkeit, die sämtliche Bereiche des Lebens umfasst, ist eine große Chance und Herausforderung für die junge Generation innerhalb der Bahá'í-Gemeinde.

Verborgene Worte von Bahá'u'llah

(The Hidden Words of Bahá'u'lláh)

by Dariush Ma'ani

Zur Person:
Geb. 1934, ab 1957 Architekturstudium an der TU Graz, 1964-69 Praxis und wissenschaftliche Tätigkeiten in der BRD. 1969-75 Proffessor für Architektur und Raumordnung an der Universität Teheran/Iran. Seit 1975 wieder in Österreich, zahlreiche Vortragsreisen und Beiträge über geisteswissenschaftliche und gesellschaftliche Aspekte der menschlichen Gesellschaft sowie mystische Schwerpunkte in den Offenbarungsreligionen.

Zum Vortrag:
"O innerstes Wesen der Trägheit! Myriaden mystischer Zungen äußern sich in einer Sprache, und Myriaden verborgener Geheimnisse werden in einer Melodie geoffenbart; aber auch kein Ohr ist da, welches hört, und kein Herz, das versteht." Nr. 16 VW. Persisch.

Neben unendlichen Weisheiten, welche beim Studium der "Verborgenen Worten" uns zu teil wird, zeigt uns Bahá'u'lláh auch Wege und Mittel, durch die wir die Fähigkeit erlangen die tieferen Dimensionen des Wort-Gottes näher zu kommen und hinter der "Schleier des Wortes" die "geheimnisvolle und wunderbare Braut" der "inneren Bedeutungen" erblicken. Während der Präsentation wird einiges über diese geistige Schau den Freunden dargeboten.

Versöhnung und Dienstbarkeit als Grundkategorien des Wirkens der Bahá'i-Gemeinde in der Welt

(Reconciliation and service as basic categories of interaction of the Baha'i world community)

by Ulrich Gollmer

Zur Person:
Ulrich Gollmer, Studium der Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie (MA). Seit 1980 als Lektor im Bahá'í-Verlag. Mitautor von Schaefer, Towfigh, Gollmer "Desinformation als Methode - Die Bahá'ismus-Monographie des F. Ficicchia"

Zum Vortrag:
Umfassendste Geltungsansprüche gehören zum Wesen von Offenbarung. Für die jeweiligen Gemeinden wurde daraus der Glaube an die eigene "Erwählung" - bei entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen rasch ein durchaus irdischer Herrschaftsanspruch: Das Bild des Christos Pantokrator (Allherrscher) wurde zu keiner Zeit ausschließlich auf die Heilsfunktion Christi bezogen, das Wort von der Umma als der "besten Gemeinschaft" nie bloß als ethische Herausforderung an die muslimische Gemeinde verstanden.
Wie definiert die Schrift vor diesem Hintergrund historisch-religionssoziologischer Gesetzmäßigkeiten die Funktion der Gemeinde Bahá'u'lláhs in der Welt, ihre Beziehung zu Menschen und Gemeinschaften anderen Glaubens? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Umsetzung des heilsgeschichtlichen Auftrags der "Einheit der Menschheit"?